Tag der Befreiung

Am 22. April 1945 nahm die Rote Armee die Stadt Cottbus nach geringen innerstädtischen Kampfhandlungen ein. Der sowjetische Kampfkommandant Gardemajor Dimitri Tscherwjakow setzte den Kommunisten Max Döring als Bürgermeister ein.

Die Stadt Cottbus war am 21. Februar 1945 zur Festung erklärt worden und sollte dritte Verteidigungslinie hinter der Neiße werden. Vor allem Hitlerjungen und Volkssturmmänner hatten wochenlang Barrikaden und Schützengräben gebaut. Waffen standen dem Volkssturm aber kaum zur Verfügung und so lehnte der „Festungskommandant“ Generalleutnant Ralf Sodan beim V. Armeekorps am 19.4. entschieden ab, die Stadt zu verteidigen. Doch zu diesem Zeitpunkt waren im Osten und Süden vor der Stadt schon teilweise heftige Kämpfe im Gange. Die Rote Armee wollte die Stadt als „Eckpfeiler der Verteidigung Berlins“ einnehmen und Truppenbewegungen über den Bahnhof verhindern.

Es kam zu teils heftigen Gefechten mit deutschen Truppen, welche sich von der Neiße-Linie zurückzogen. Am 21. April bereiten Schlachtflieger und Artillerie den Einmarsch der Roten Armee vor. Der Festungskommandant Sodan gestattete seinen Offizieren den Rückzug bzw. die Flucht nach Westen in der Nacht zum 22. April. Er selbst erschoss sich zwei Tage später in Drachhausen. Flüchtlinge und Soldaten flohen über die Schmellwitzer Straße in Richtung Norden. Die letzten Panzer verließen die Stadt am 21.4. um 22.00 Uhr – und weite Teile des Volkssturms folgten. Der NS-Kreisleiter Willi Andro, der noch am Tag zuvor zum Endkampf aufgerufen hatte, wurde in der Gegend um Burg das letzte Mal gesehen.

Die sowjetische Armee näherte sich der Innenstadt aus Sachsendorf und hatte die Stadt am 22. April vollständig eingenommen. Für Cottbus endete der II. Weltkrieg am 22. April. In Cottbus lebten zu diesem Zeitpunkt weniger als 10.000 Menschen: rund 3 bis 4.000 „Einheimische“ und 5.000 Zwangsarbeiter. Über 60% der Wohnungen und der Industrieanlagen waren beschädigt oder zerstört. Rund 2.500 Soldaten fielen bei den Kämpfen in und um Cottbus.